Restaurierung - Windmühle Podersdorf am See

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Restaurierung

 
Nach langem Warten kam 2014 die schriftliche Zusage des Bundesdenkmalamtes (DI Dr. Witasek-Dieckmann), dass die Fördergelder der Europäischen Union zur Restaurierung der Podersdorfer Windmühle freigegeben wurden.

Und so begann am 2. Dezember ein 2-Mann-Team der holländischen Firma Molenmakerij Groot Wesseldijk B.V. mit der Demontage sämtlicher innerer Mühlenteile. Eine Herausforderung der besonderen Art stellte die Demontage der Königswelle und deren total vermoderten Auflage dar, die mit einem Kran aus der Gaupe herausgezogen und für den Transport bereit gelegt werden musste.

Der größte Brocken allerdings waren die Fludern: einzeln abgesägt (eine Meisterleistung des Kranführers und der „Mühlenbauer“), wurden sie zusammen mit den restlichen Teilen auf einen Tieflader millimetergenau verladen. Die Herren arbeiteten die ganze Woche, sodass am Freitag dem 5. Dezember alles für den Abtransport bereit stand - wieder eine Meisterleistung der drei beteiligten Herren!

Nach einer Verabschiedung durch den Bgm. RegRat Andreas Steiner, der sich schon heute darauf freut, die teils renovierten oder neugemachten Teile im Frühjahr wieder in der Heimat begrüßen zu dürfen, trat der schwer beladene Tieflader seine Fahrt nach Holland an.

Nach dem Abtransport der zu restaurierenden Teile ist in der Podersdorfer Windmühle Ruhe eingekehrt, dafür ist man in Lochem (Holland) umso fleißiger. Für das Flügelkreuz wurden bereits die Hölzer für Heckscheite, Saumleisten und Windbretter gefertigt und zwischengelagert, da man noch auf die Flügelruten aus dem Sägewerk wartet, die in Kürze geliefert werden sollen. Die Flügelwelle wurde mitgenommen um die genauen Maße zu haben, es ist sehr schwierig, einen gesunden Baum aufzutreiben, aus dem diese Welle gesägt werden kann. Man ist auf der Suche und bemüht, so schnell wie möglich ein Stück zu finden, da die Flügelwelle der wichtigste Bauteil der ganzen Anlage ist.

Wind- und Fugbalken: Der Windbalken ist der Tragbalken unter der Flügelwelle. Dieser ist gesägt und wird noch nach dem historischen Vorbild in Form gebracht. Die Fugbalken wurden in Österreich angefertigt und liegen zur Abholung bereit.
Für Krühboden und Ringbalken wurden Schablonen angefertigt; es wurde dafür geeignetes, trockenes Holz beschafft, welches dann vor Ort angepasst und montiert wird. Am Kammrad wurden die Felgen untersucht und morsche Teile von innen mit neuem Holz ergänzt und unsichtbar eingepasst. Neue Holzkämme wurden angefertigt und passend zum Kammrad gearbeitet. Danach werden diese auf genauem Abstand zueinander und der richtigen Zahnform bearbeitet.
Die Krühböcke werden bearbeitet und wieder zu brauchbaren Krühwinden überholt. Vom Stockrad wird die untere Originalplatte wieder verwendet und neue Stäbe und eine obere Platte angefertigt. Zur sicheren Befestigung des Stockrades auf der Königswelle wird diese viereckig gearbeitet und mit Kieferbrettern versehen. Das Stockrad wird mit neuen Robinienkämmen bestückt. Die Rohlinge sind bereits angefertigt, das Mühleisen ist an einer Lagerstelle dicker aufgeschweißt, damit es geringfügig stärker wird als der Rest der Welle. Dadurch wird diese ausnehmbar. Die Mühlsteine werden zur Wiederverwendung instand gesetzt. Ab 16. Februar wurden die Arbeiten in der Mühle fortgesetzt. Man rechnet ungefähr 14 Tage, um alles für den Einbau der nächsten Teile vorzubereiten. Über den Fortgang der Restaurierung werden wir bei nächster Gelegenheit wieder berichten.

I. W. Czerny


Technische Beschreibungen: Fa. Molenmakerij Groot Wesseldijk B.V.  




 
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